epfans.info - Fanbericht - Abschalten und genie?en!

Fanbericht von Bookworm

Abschalten und genie?en!

Datum: 20.06.2008
Ersteller: Bookworm
Weitere Personen:

Die Entdeckung dieser Website war zunächst eine Offenbarung: jede Menge Hintergrundinfos und Fotos, die einfach Spa? machen. Man kann es ständig nur immer wiederholen: ein Hoch auf die Macher dieser Site! Fanberichte waren und sind spannend zu lesen, denn sie geben Aufschluss darüber, was Gleichgesinnte im EP erleben und unter welchen Gesichtspunkten sie den Park schätzen. Das dadurch zur Verfügung stehende Quantum an Gesamtinfo über den EP ist absolut unerreicht. Soviel zu den Fakten.

Diese Website und ihre Fanberichte machen aber auch Appetit! Appetit und Laune, den EP immer wieder neu zu entdecken. Ich mach's kurz: entgegen meiner Ankündigung gelang es mir nicht, bis zum Spätsommer zu warten. Habe mich daher am Freitag spontan aus dem Berufsleben ausgeklinkt und für ein paar Stündchen einen Ausflug in mein geliebtes Auszeit-Paradies unternommen.

Bereits am Donnerstag prophezeite der Wetterbericht viel Gutes für die kommenden Tage. Da am Samstag Holland gegen Russland in Basel zur EM anzutreten gedachte, wollte ich mich am Wochenende nicht unbedingt auf die A5 Richtung Schweiz in einen Stau von begeisterten Fu?ballfans stellen, so wurde eben der Freitag ganz schnell zum verfrühten Wochenendbeginn umfunktioniert.

Auf dem Parkplatz wurde ich gleich in die erste Reihe eingewiesen und durfte damit mehr oder weniger direkt am Eingang des Parks mein Auto abstellen. Tür auf und da war sie: die Musik des Parks, die mich jedes Mal sofort den Alltag vergessen lässt und mir signalisiert: "Du bist angekommen! Hab Spa? und entspann' dich!". Begleitet von diesen Takten geht es in Richtung Eingang. Vorbei an der aus Büschen und Pflanzen erschaffenen Euromaus und dem immer wieder beeindruckenden Brunnen der Begegnung. Souverän lasse ich die Kassenhäuschen hinter mir und präsentiere am Drehkreuz meine Jahreskarte. "Viel Vergnügen heute!" begrü?t man mich ? und schon stehe ich auf der Deutschen Allee.

Ein kurzer Abstecher in den Schlosspark und den Zaubergarten, um nachzusehen, was gerade in der Blüte steht. Herrlicher Sonnenschein illuminiert den Europa-Brunnen, am Bahnhof in Deutschland bringen die strahlend polierten Loks ihre mit Parkbesuchern prall gefüllten Waggons auf die Fahrt durch den EP. Ein Stückchen weiter chauffieren stolze kleine Fahrer Eltern, Gro?eltern und/oder Geschwister in prächtigen Oldtimern über den Parcours. Ich schlendere gemütlich unter dem Blätterdach der altehrwürdigen Bäume entlang der Elz. Von rechts grü?en die Marionetten der gleichnamigen Fahrt herüber. Mein Magen knurrt. Ohne Frühstück zur Fahrt nach Rust aufgebrochen. Mittlerweile ist es nun allerhöchste Zeit, im Petite France einzukehren. Orangensaft, ein schöner hei?er Milchkaffee, ein herrlich warmes, verlockend duftendes Croissant mit Butter und Himbeerkonfitüre. Ein bisschen Obstsalat? OK, ein paar Häppchen frische Vitamine, aber nur nicht übertreiben, schlie?lich warten noch andere "Futterstationen". Das Petite France, wie kaum ein anderes Gebäude im französischen Themenpark, erinnert mich an die alten, verschnörkelten Metro-Zugänge in Paris, die während der Jugendstil-Epoche gebaut wurden. Ebenfalls zu dieser Zeit kreierte der Künstler Louis Comfort Tiffany seine legendären Leuchten. Schöne Nachbildungen davon hängen im Petite France, die Fenstermalereien runden das Jugendstilambiente perfekt ab. Unterstrichen werden die Räumlichkeiten von Céline Dions unverwechselbaren französischen Songs. Ja! Man hat das Gefühl, wirklich in Frankreich zu sein.

Von Frankreich aus führt meine kleine Europa-Reise nach England. London Bus trotz Frühstück. Kein Problem. Mit der African Queen schiffe ich mich auf dem Schwarzen Kontinent ein. Von den Britischen Inseln direkt ins kunterbunte Herz von Afrika. Schatzsuche. Exotische Kulturen entdecken.

Apropos Entdeckungen. Dazu gehören auch Seewege. Womit wir die Verbindung zu Portugal geknüpft hätten. Keine Warteschlange bei Atlantica Supersplash und tolles Wetter! Ich nutze das voll aus und lasse mich dreimal hintereinander in die türkisblauen Fluten stürzen - per Boot versteht sich!

In Holland besuche ich die südostasiatischen Kumpane von Captain Jack Sparrow und gönne mir die Fahrt durch das Piratenland von Batavia gleich viermal hintereinander. Am Ausgang steigt mir Kaffeeduft in die Nase. Meiner Begleitung steht der Sinn nach Crepes. Was liegt näher, als sich mit beidem zu versorgen und dabei die Menschen zu beobachten, die sich im holländischen Themenbereich tummeln. Erstbesucher erkennt man sofort am leicht zerknitterten Parkplan in ihren Händen, den staunenden Gesichtern und den bewundernden Blicken, mit denen sie versuchen, alle Eindrücke aufzunehmen.

Weiter geht's. Die griechische Antike wartet. Einmal Poseidon genie?en und wie immer in den verspielten Details schwelgen.

Russland und die Schweiz sind über die Sommermonate meine Stiefkinder im Park. Während Halloween und der Winteröffnungstage besuche ich die beiden Länder ungemein gerne, aber im Sommer kann ich ihnen aus unerfindlichen Gründen überhaupt nichts abgewinnen. Dennoch vertreibe ich mir dieses Mal die Zeit in den engen Gassen des Walliser Dorfes, während sich meine Begleitung zweimal hintereinander in der Bobbahn durchschütteln lässt. ?hnlich läuft es in Russland ab: er gibt sich der Achterbahn hin, während ich den Kunsthandwerkern bei ihren geschickten Arbeiten zuschaue.

Mittlerweile hat sich der Park recht gut gefüllt. Ohne auf die Uhr zu schauen merkt man, dass es langsam auf die Mittagszeit zugeht. Bereits vor Antritt der Fahrt war klar, dass es 'mal wieder an der Zeit sei, in Griechenland zu speisen. Wir ergattern ein wunderschönes Plätzchen auf der Terrasse, die gewaltige Tempelanlage liegt vor uns und bietet die perfekte Kulisse für viele Beobachtungen. Bei Gyros mit Tomatenreis, Pommes und Krautsalat genie?en wir die Aussicht, das Wetter, die Sonne, die Stimmung und die Entscheidung, ganz spontan in den EP gefahren zu sein. Ein kleines bisschen Missstimmung kommt auf, als ein völlig überforderter Vater mitten auf der Mykonos-Terrasse eine Art Wutanfall bekommt und sehr lautstark alles raus lässt, was ihn wohl in den letzten sechs Monaten an der Familie, seinem Leben und der Welt generell gestört hat. Wie sich recht schnell herausstellt, hat der Mann aber lediglich nur Hunger. Die Situation entspannt sich just in dem Moment, als seine Gattin und der älteste Sohn mit zwei gefüllten Tabletts erscheinen und die entsprechend in Auftrag gegebenen Menüs verteilen. Die Stimmung auf der Terrasse ist so derart gut und entspannt, dass alle spontan applaudieren, als Wut-Papa mit dem ersten Bissen im Mund zufrieden verstummt. Da muss sogar er selbst lachen.

Griechenland verlasse ich nur ungern. Für mich ist dieser Teil des Parks wegen seines überaus gelungenen Ambientes mein liebster Aufenthaltsort im EP. Vor unfassbar langer Zeit im Lateinunterricht lernte ich die griechische Mythologie kennen und bin seither fasziniert von den Geschichten um die Götter und Heroen des Alten Griechenland. Die Kombination aus lebendig gewordenen, altertümlichen Mythen und dem Urlaub-Insel-Feeling, welches die violetten Bougainvillea vor den wei? getünchten Häusern mit ihren ozeanblauen Dächern vermitteln, finde ich äu?erst gut gelungen. Noch ein Blick zurück auf den minoischen Teil der Tempelanlage und dann ab nach Frankreich. Silver Star? Nein, nicht für mich. Ich bevorzuge Rides, die weniger die Nerven kitzeln als diese imposante Achterbahn. In einer Aufwallung von "Aber-ich-mache-das-jetzt" stürzt sich mein Begleiter, der ? ich muss es kundtun ? über einen leicht empfindlichen Magen verfügt, ins Vergnügen. Nach der Fahrt verbringe ich eine gute halbe Stunde verzweifelt damit, das Zerebrum meines Freundes mit anspruchsvollen Gesprächsthemen in Schwung zu halten und davon abzulenken, dem Verdauungstrakt unvermittelt zu signalisieren, sich vom griechischen Mittagessen zu trennen. Ich habe Erfolg. Nach knapp 35 Minuten hat sich die vorübergehend schale, durchsichtig-wei?e Gesichtsfarbe meiner Begleitung in den mir bekannten, gesunden, gut durchbluteten Teint zurück verwandelt. Wir sind wieder gut gelaunt und geben uns dem Universum der Energie hin.

Jeweils eine Kugel Eis (1 x Maple Walnut / 1 x Chocolate Chips) gönnen wir uns am Ufer des Sees in Frankreich, während die Enten auf dem Wasser munter ihre Kreise ziehen. Im Geisterschloss waren wir schon lange nicht mehr. Wird Zeit, 'mal wieder reinzuschauen. Noch schnell zwei gemütliche Runden durch das Reich der Elfen und Kobolde, zum Abschied die gro?e Rundfahrt mit der Panorama-Bahn. Das ist so etwas wie ein Ritual: beschaulich mit der Bummelbahn allen Teilen des Parks tschüss sagen.

Gerade 'mal gut vier Stunden im Europa-Park. Diese Zeit reicht locker, um eine herrlich sorglose Auszeit zu erleben. Eingangs hatte ich ja geschrieben, dass ich den EP mein Auszeit-Paradies nenne. Als solches nutze ich ihn auch. Ob in Gesellschaft ? zu zweit, in einer grö?eren Gruppe ? oder auch allein (jawohl, auch das geht!). Im EP kann man auf unglaublich schöne Weise den Alltag ausblenden und das Kind, das in jedem Erwachsenen egal welchen Alters schlummert, ausleben.

Die Fotos ? allesamt Details (ich kann's halt leider nicht lassen) ? entstanden zu 95 % während des geschilderten Rundgangs am Freitag. Einige Fotos, die Blüten aus der Frühlingszeit zeigen, habe ich aus meinem Archiv noch mit "reingeschmuggelt". Auch sie entstanden im EP und sollten ? denke ich ? nicht im CD-Regal schlummern.


Fotos

Kommentare zu dem Fanbericht

Desiree94: 24.06.2008 - 21:22
Super schön geschriebener Fanbericht mit interessanten schönen Bildern !!Mann kann sich wirklich in deinen Besuch hinein versetzten !! Super !!! Weiter so !!!!!!!!

JeJo: 24.06.2008 - 18:50
Kann allen "unter" mir nur zustimmen. Super! Man konnte sich richitg in diesen Besuch hineinversetzten. Eine ganz tolle Schreibwei?e...und die Bilder sind sowieso genial! : )

roterengel76: 23.06.2008 - 19:08
Wow..eigentlich halte ich mich hier immer im Hintergrund, lese jeden Bericht aufmerksam und hocherfreut, jedoch im Stillen.. aber Dein Bericht, ist mir wie aus der Seele geschrieben...Er fesselt und fasziniert. Auszeit-Paradis: Kann man unseren EP noch schöner und treffender beschreiben? Gro?es Kompliment!

ditodato: 23.06.2008 - 16:29
Danke für diesen tollen Bericht, man hatte wirklich das Gefühl, dabeizusein.

kyra: 23.06.2008 - 13:54
Hallo Bookworm, ein riesiges Kompliment, sensationell geschriebener Fanbericht,mit dem Beschreiben der Musik im Eingangsbereich zu Beginn des Berichts, setzte Gänsehaut ein und lie? mich bis Ende nicht mehr los, das gleich gilt für die Perfekt in Szene gesetzten Dekodetails im Park,die auf den Bildern wunderbar rüberkommen, was ein sofortiges Kribbeln im Zeigefinger meiner rechten Hand auslöste, viele Grü?e kyra


Zur Fanberichtübersicht